Deutsch-Japanische Gesellschaft Berlin
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Kerstin Lucas: Erfahrungsbericht zum Jugendaustausch 2001

Der Jugendaustausch zwischen den Stadtbezirken Berlin-Mitte und Tokyo-Shinjuku ermöglichte 15 Japanern im Alter zwischen 16 und 24 Jahren im August 2001 einen neuntägigen Aufenthalt in Berlin. Dabei stand neben kulturellen Unternehmungen und Aktivitäten in verschieden Themengruppen ein zweitägiger Homestay in Berliner Familien auf dem Programm.

Nach der Ankunft am 21.8. wurden die ersten drei Tage für Besichtigungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Dazu gehörte eine Schiffsfahrt von Schmöckwitz ins Zentrum von Berlin und Besichtigung des Mauerparks ebenso wie ein Ausflug in die brandenburgische Landschaft nach Töpchin. Eine Stadtführung durch die Berliner Innenstadt durfte ebenfalls nicht fehlen. Die Besichtigung der Gedenkstätte Konzentrationslager Sachsenhausen sowie ein Orgelkonzert im Berliner Dom gaben den Jugendlichen weitere Eindrücke auf ihrer Reise.

Am sogenannten "Thementag" beschäftigten sich die Schüler und Studenten in verschiedenen Gruppen mit den Themen Umwelt, Soziale Probleme, sowie Erziehung, Ausbildung & Beruf. Im Rahmen dieser Arbeitsgruppen wurden verschiedene Institutionen in Berlin besucht, darunter beispielsweise Berliner Stadtmodelle, die AOK und die Zentrale für Notübernachtung oder auch das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung.

Der zweitägige Homestay bei einer Familie gab den japanischen Jugendlichen wie auch den deutschen Gastgebern die gute Möglichkeit, mehr über das Land des Gegenübers zu erfahren. Auch meine Familie beherbergte einen Gast. Schon bei dem Kennenlernabend gab es keinerlei Berührungsängste, vielmehr waren alle sehr schnell in anregende Gespräche vertieft. Man verständigte sich auf Englisch, Deutsch, Japanisch oder auch mit Händen und Füßen. Zwei Dolmetscher waren ebenfalls bei den Gesprächen behilflich. Die Familien hatten sich gut auf den bevorstehenden Besuch ihrer Gäste vorbereitet und eigene kleine Kulturprogramme entwickelt. Die Nacht der Berliner Museen und viele andere Veranstaltungen in Berlin dienten dazu, zwei wirklich gelungene Tage zu gestalten.

Mit unserem Gast waren wir in Nieder-Finow und besuchten dort das Schiffshebewerk. Mit staunenden Augen erlebte der Jugendliche zum ersten Mal einen "Fahrstuhl für Schiffe". Zum Mittagessen wünschte sich der junge Mann Eisbein, denn davon hatten ihm bereits Freunde berichtet. Da diese Spezialität im Sommer nicht unbedingt auf die Speisekarte gehört, war es nicht so einfach, diesen Wunsch zu erfüllen. Aber die Mühe hatte sich gelohnt: "Lecker, lecker" meinte unser Besuch.

Außerdem besuchten wir Cecilienhof und das Luftwaffenmuseum in Gatow, da unser Gast, ein Student der japanischen neuzeitlichen Geschichte, etwas über die deutsche Vergangenheit erfahren wollte. Mit Berliner Kartoffelsuppe und Hefepflaumenkuchen rundeten wir den zweitägigen Aufenthalt kulinarisch ab.

Am Abschlussabend waren auch die Gastgeber des Homestay-Programms eingeladen. Dabei berichteten die Jugendlichen über die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen. Es war für uns interessant, Deutschland aus japanischer Sicht dargestellt mitzuerleben. Daraus ergaben sich auch für uns neue Denkanstöße.

Die Bezirkspartnerschaft existiert seit zehn Jahren, und auch im nächsten Jahr werden wieder japanische Jugendliche in diesem Rahmen Berlin besuchen. Ich freue mich darauf! (Kerstin Lucas)

Deutsch-Japanische Gesellschaft Berlin e.V.   Kemperplatz 1   10785 Berlin   Tel. +49.30.2575.1157   Fax +49.30.2575.1158   EMail djg-berlin@t-online.de