„Der Barbar und die Geisha –Bakumatsu, Townsend Harris und O-Kichi“

Online-Vortrag Herbert Eichele für die Deutsch-Japanische Gesellschaft Berlin e.V. am Dienstag, 25. August 2020, 18:00 Uhr

Die Neuköllner Oper in Berlin brachte am 18. Februar 2017 die im Jahre 1940 uraufgeführte Oper „Kurofune – die Schwarzen Schiffe“ des japanischen Komponisten Yamada Kōsaku unter dem Titel „Rette uns, Okichi!“ zur europäischen Erstaufführung. Die Oper handelt von einer Geisha namens O-Kichi, die 1858 dem in Shimoda residierenden ersten US-amerikanischen Generalkonsul in Japan, Townsend Harris, von der Shōgunatsregierung zur Verfügung gestellt werden musste und durch ihr persönliches Opfer – so wie einst die biblische Judit – ihre Stadt rettete. Die Episode spielt gegen Ende des Tokugawa-Shōgunats, in einer Zeit, die von so vielen Strömungen und Entwicklungen gekennzeichnet ist, dass sie mit einem  eigenen Begriff, Bakumatsu  (幕末) = Ende des Bakufu/des Shōgunats, in die japanische Geschichte eingegangen ist. Sie zählt von 1853, als der US-amerikanische Commodore Perry zum ersten Mal mit seinen schwarzen Schiffen in der Bucht von Edo (heute: Tokyo) aufgetaucht war, über den Abschluss der „ungleichen Verträge“ mit fremden Mächten, deren erster von eben diesem Townsend Harris verhandelt wurde, bis zur Wiederherstellung der Macht des Kaisers und dem Beginn der Meiji-Restauration 1868.

Diese Operninitiative der Neuköllner Oper war Anlass, Dichtung und Wahrheit der in vielfachen literarischen, theatralischen und musikalischen Formen – z.B. durch Bert Brecht mit „Die Judith von Shimoda“ oder durch den amerikanischen Film „Der Barbar und die Geisha“ mit John Wayne – berühmt gewordenen Geschichte der Tōjin O-Kichi (唐人お吉- Ausländer-Kichi) etwas näher zu beleuchten, sie aber für den Vortrag in den erweiterten Kontext dieser ebenso unruhigen wie folgenreichen Periode der japanischen Geschichte zu stellen.

Der Vortrag fand am 14. März 2017 statt und wird nun am Dienstag, 26.08. 2020 als Online-Vortrag wiederholt.

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