Wie isst man buddhistisch, als Buddha und als Mensch?

Datum/Zeit
Mo, 16.03.2020
18:00 - 20:00 Uhr

Veranstaltungsort
Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin (JDZB)

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Ein Vortrag von Dr. Markus Rüsch (Ryūkoku Universität)

Essen im Buddhismus wird häufig mit Fleischverzicht und strengen Essritualen verbunden. Tatsächlich aber bildet dieses Bild nur einen bestimmten Teil des Spektrums an Konzepten zum Essen im japanischen Buddhismus ab. In den verschiedenen Lehrauslegungen des Buddhismus wurden sogar deutlich voneinander unterscheidbare Verständnisse der Funktionen des Essens entwickelt. So wird zwar buddhistisch korrektes Essen nicht selten mit Verzicht im Allgemeinen assoziiert, allerdings spielt in vielen Schulen die Achtsamkeit gegenüber dem Essen eine viel entscheidendere Rolle. Innerhalb des Vortrags soll – mithilfe zahlreicher visueller Beispiele – die verschiedenen Konzepte des Essens vorgestellt und analysiert werden, wie diese als Ergebnisse unterschiedlicher Auslegungen der buddhistischen Lehre zu verstehen sind. Auch wenn innerhalb des Vortrags Bezüge zu historischen Vorbildern hergestellt werden, gilt das Hauptinteresse den Praktiken im gegenwärtigen Buddhismus. Hierzu werden zwei große Teilgebiete der Rolle von Essen im Buddhismus untersucht. Zum einen das Darbringen von Essen auf dem Altar und zum anderen das Essen selbst. Im ersten Abschnitt soll es dabei um die Gestaltung des Altars zu besonderen Zeremonien und um den Brauch des Darbringens speziell von Tee gehen, das zum Teil von einer Teezeremonie begleitet wird. Inhalt des zweiten Abschnitts sollen zum einen die genauen Bestandteile des Essens bei buddhistischen Festen und zum anderen die „Tischgebete“ der verschiedenen Schulen sein. Die letzten geben uns auch Aufschluss über den Hintergrund der alltäglichen Formeln vor und nach dem Essen in Japan (Itadakimasu und Go-chisō-sama deshita).

Markus Rüsch studierte Japanologie und Philosophie an der Freien Universität Berlin. Im Jahr 2018 verteidigte er dort seine Dissertation im Fach Japanologie, Während seines Studiums und der Promotion absolvierte er Forschungsaufenthalte an der Kyōto Universität und Ōtani Universität. Seit November 2018 arbeitet er an der Ryūkoku Universität als JSPS-Stipendiat. Seine Forschungsschwerpunkte sind Buddhismus sowie Literatur in Japan.

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