Die Weltfriedenskirche in Hiroshima – Eine spirituelle Entdeckung
Vortrag von Martin Eberts, Präsident und Geschäftsführer der DJG Berlin
|
Verborgener Schatz der deutsch-japanischen Freundschaft
Viele Besucher der Stadt Hiroshima nehmen kaum Kenntnis von der „Gedächtnis-Kathedrale für den Weltfrieden“, von ihrer Geschichte und ihrer Aufgabe. Dabei handelt es sich bei dieser 1954 geweihten katholischen Kirche nicht nur um ein zeitgeschichtlich interessantes Denkmal, sondern um ein echtes kulturelles und spirituelles Juwel, das voller Überraschungen steckt! Auf den ersten Blick erschließt sich das allerdings nicht, zumal die architektonische Formensprache der frühen 1950er Jahre den heutigen Betrachter nicht unmittelbar ansprechen dürfte. Man muss schon eintreten und genauer hinsehen.
Die Innenausstattung der Kirche ist voller Bezüge zu Deutschland und reich an deutschen Schenkungen – angefangen mit dem großen Apsis-Mosaik, das von Konrad Adenauer gestiftet wurde.
Schon die Initiative zum Bau der „Weltfriedenskirche“ ging von einem Deutschen aus, dem Jesuiten-Pater Hugo Makibi Enomiya-Lassalle. Er hatte sein Leben ganz der Arbeit in Japan gewidmet, und er war ein echter „Hibakusha“, ein Überlebender der Atombombe. Mit der Initiative zum Bau der Kirche setzte er ein Zeichen für den Frieden und gegen Massenvernichtungswaffen.
Christentum und Zen-Buddhismus – wie geht das zusammen?
Darüber hinaus ist die Kirche aber auch ein Kristallisationspunkt für den interreligiösen Dialog. An kaum einem anderen Ort wird die Begegnung von Christentum und Zen-Meditation so greifbar wie hier. Auch das war ein großes Anliegen von Enomiya-Lassalle SJ. Die „Gedächtnis-Kathedrale für den Weltfrieden“ mit ihrem äußerlich eher spröden Charme lädt zum Verweilen und Nachdenken ein. Es lohnt, diesen ein wenig in Vergessenheit geratenen Schatz im deutsch-japanischen Verhältnis wieder zu heben.
Begeben wir uns also auf eine spirituelle Entdeckungsreise: Welche Botschaft hält diese ungewöhnliche Kirche für unsere Gegenwart bereit? Und was können wir dabei über japanische und abendländische Spiritualität und den interreligiösen Dialog lernen?

