Japonisme – Wie Japan die europäische Kunst inspirierte

Vortrag von unserem Ehrenmitglied Herbert Eichele am 24.11.2026 um 18 Uhr im JDZB

Nach dem Ende der zweieinhalb Jahrhunderte währenden Abschließung Japans von der Welt gelangten in der Meiji-Zeit ab 1868 viele westliche Kenntnisse und Techniken nach Japan. Doch ebenso wurden nun auch zunehmend japanische Erzeugnisse nach Europa gebracht, wenngleich manches schon früher über den holländischen Handelsstützpunkt Dejima in Nagasaki den Weg zu uns gefunden hatte. Japanische Farbholzschnitte gelangten zuerst als Verpackungsmaterial für Tee und andere Güter nach Europa; bald aber wurde deren künstlerische Qualität entdeckt.

 

Vor allem durch die Weltausstellungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam eine breitere Öffentlichkeit in Europa mit japanischer Kunst und japanischen Erzeugnissen in Berührung. An der Weltausstellung in Paris 1867 hatten bereits Vertreter des Tokugawa-Shōgunats sowie die Daimyate Satsuma und Hizen teilgenommen. Zur Weltausstellung in Wien 1873 entsandte Japan dann als Nationalstaat unter der neuen Meiji-Regierung Tausende von Exponaten aus vielen Bereichen – von Kunst, Kunsthandwerk und Waffen bis zu Textilien und Mode – und präsentierte in einem eigens errichteten japanischen Pavillon auch die heimische Architektur.

Diese Begegnungen mit japanischen Erzeugnissen und japanischer Kunst lösten in Europa, besonders in Frankreich, einen Japan-Boom sondergleichen aus, der unter dem Begriff Japonisme, deutsch Japonismus, vom zweiten Drittel des
19. Jahrhunderts bis weit ins 20. Jahrhundert wirkte und „für die europäischen Künstler nichts Geringeres zur Folge hatte als den Durchbruch zur modernen Kunst“ (Prof. Michiko Mae). Diesen so tiefgreifenden Einfluss Japans auf Entwicklungen in Europa (und auch in den USA) soll der mit vielen Beispielen illustrierte Vortrag aufzeigen.

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