Vortrag über Zoom

Gesundheitssysteme kollabieren: Was Japan und Deutschland voneinander lernen können im Zuge der COVID19 Pandemie

Außerordentliche Prof. Dr. med. Beate Heissig,

Juntendo University, Graduate School of Medicine, Tokio, Japan

Das Coronavirus hat unser Leben verändert. Wirtschaftssysteme geraten ins Wanken, und Gesundheitssysteme stehen am Rande des Kollapses. Noch bangen in vielen Ländern Menschen ums Überleben. Die Vakzinierung-Programme laufen schleichend an.

Vieles erinnert an die Edo-Zeit. Bakterielle Erreger waren häufig der Auslöser für Krankheiten. Am Ende der Edo-Zeit öffnete sich Japan. Deutsche Mediziner beteiligten sich am Aufbau der westlichen Medizin im Land. Umgekehrt gab es japanische Mediziner, die in Deutschland Wissenschaft betrieben. So beispielsweise der japanische Shibasaburo Kitasato, der gemeinsam mit Emil von Behring in Robert Kochs Labor arbeitete und den Erreger des Wundstarrkrampfes als erster isolierte. Wie steht es mit dem medizinischen Austausch beider Länder heute? Wie global sind wir eigentlich in der Medizin und medizinischen Wissenschaft?

Wieder sind es Mikroorganismen, die uns das Leben schwer machen. Japan und Deutschland verfügen über exzellente Gesundheitssysteme mit “state of the art” medizinischen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Und doch waren die COVID19-Inzidenzen sehr unterschiedlich in beiden Ländern. Wer hat die Virus-Wellen, und wer den Virus Tsunami abbekommen?

Der Vortrag wird eine allgemeine Einleitung zum Verständnis des SARS-Co2 Virus und der COVID-19 Erkrankung geben. Viele Berichte belegen, dass eine COVID19 Infektion mit einer Überempfindlichkeit des Immunsystems einhergeht. Man spricht vom sogenannten Zytokin Sturm Syndrom. Zytokine helfen, eine generalisierte Entzündungsreaktion zu entfesseln, die zu Atemwegs- und Organversagen, und dem Tod führen kann. Virusspezifische Medikamente, aber auch solche, die das Zytokin Sturm Syndrom eindämmen können, werden helfen, dem Virus Einhalt zu gebieten.

Nach absolvierten Medizin Studium und Promotion 1993 arbeitete Dr. Beate Heissig als Assistenzärztin an den Universitätskliniken Tübingen und Heidelberg/Mannheim mit Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie. Zwischen 1998 und 2003 ging sie als Post-Doc nach New York, wo sie auf dem Gebiet der Stammzell- und Krebsforschung am Sloan-Kettering Cancer Center und der Cornell Universität tätig war. Von 2004 bis 2019 war sie Leiterin eines Grundlagenforschungs-Labors am Institut für medizinische Forschung der Universität Tokio. Seit 2019 ist sie außerordentliche Professorin an der Juntendo Universität. Ihr aktuelles Arbeitsgebiet umfasst Studien zur Regulation der Immunüberempfindlichkeit (Zytokin Sturm Syndrom). Weitere Schwerpunkte Ihrer Arbeit liegen auf den Gebieten der Stammzellen- und Krebsforschung.

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