Junges Japan

Wir sind eine Gruppe von jungen Leuten zwischen 18 und 30 Jahren und sind  in den unterschiedlichsten Bereichen tätig. Einige von uns studieren das Fach Japanologie an der Freien Universität Berlin, andere sind bereits berufstätig. Alle aber haben wir eine Gemeinsamkeit: wir begeistern uns leidenschaftlich für die japanische Kultur.

Daher möchten wir Ihnen mit wechselnden Berichten japanische Trends, Kuriositäten aber auch Feste und Bräuche im Land der aufgehenden Sonne vorstellen. Sind Sie neugierig geworden? Dann freuen wir uns darauf, Ihnen von einem „Jungen Japan“ zu erzählen.


Hier geht es zu den Berichten von jungen Leuten, die ihre Erfahrungen und ihr Interesse für Japan auf dieser Webseite teilen möchten.

 

Reisebericht – Wie man in Japan durch die Wolken läuft

In Stoffschuhen den Vulkan Fuji hoch

von Sarah Niehaus

Japan ist ein Land der Kontraste und auf meiner zweimonatigen Reise durch das Land der aufgehenden Sonne durfte ich viele einprägsame Erfahrungen machen. Vor allem der Aufstieg auf den legendären Mount Fuji ist jedoch eine Erinnerung, von der ich bis heute zehre.
Um ehrlich zu sein, hatte ich noch nie einen fast viertausend Meter hohen Berg erklommen und ich war nicht hundertprozentig davon überzeugt, dass ich es bis zum Gipfel schaffen würde. Mt. Fuji ist nur eine einstündige Busfahrt von der Hauptstadt Tokio entfernt.
Am Fuße des Fujis konnten die rätselhaftesten Souvenirs erworben werden, darunter Fuji-Croissants, Fuji-Handtücher, Fuji-Wasser und sogar abgefüllte Fuji-Luft!
Auf dem Weg zum Gipfel ging ich zum ersten Mal in meinem Leben durch die Wolken. Millionen kleiner Tropfen sammelten sich kühlend auf meiner Haut. Als ich dann endlich die Wolken passiert hatte, konnte ich erstmals auf die Welt hinunterblicken. Von oben wirkte sie wirklich klein, eine Miniaturlandschaft wie auf einem dieser Fotos, die von einem Flugzeugsitz aus aufgenommen wurden, nur ohne das Trennfenster.


 Der Weg durch die Wolken                                 Roter Sonnenaufgang über den Wolken

Als ich die Hälfte des Weges hinter mir hatte, fing es an, wie aus Eimern zu regnen und innerhalb der nächsten zehn Minuten war ich bis auf die Haut durchnässt. Leider hatte ich keine Regenjacke und trug nur sehr dünne Stoff-schuhe.
Ich ruhte mich in einer Berghütte aus und um 2:00 Uhr nachts begann der letzte Teil der Wanderung zur Spitze, um pünktlich um 05:00 Uhr morgens den berühmten Fuji-Sonnenaufgang zu bewundern.
Über meine Schulter hinweg nach unten blickend, sah ich in der Dunkelheit Reihen tanzender Taschenlampen, die wie ich bergauf strebten. Noch weiter in der Ferne glitzerten die Lichter der Stadt. Es gab diese friedliche Stille, an die ich mich seitdem gerne erinnere. Nach drei Stunden war ich schließlich auf dem Gipfel. Mir war eiskalt! Doch dann ging die Sonne endlich auf und hüllte den Horizont in warme Rottöne, Orange und Gelb. Es war geschafft!
Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Fuji auf jeden Fall alle Mühen wert war, die es zu überwinden galt. Trotz eisiger Temperaturen, starkem Regen und Schlafmangel sammelte ich unvergessliche Erinnerungen und schöne Bilder, die mir in meinem Alltag Energie geben.
Deshalb würde ich den Aufstieg wirklich jedem empfehlen, der Natur liebt und Neugier für Japans Wahrzeichen Fuji empfindet. Vor allem, da man die Herausforderung auch bewältigen kann, wenn man wie ich keine geborene Bergziege ist und nur Stoffschuhe im Gepäck hat.